Die Edda (Simrock Karl, 1876) / Ältere Edda Helgakvidha Hundingsbana fyrri Das
Die Edda (Simrock Karl, 1876) / Ältere Edda Helgakvidha Hundingsbana fyrri Das erste Lied von Helgi dem Hundingstödter (Helgi Hundingsbani (der Hundingstöter)) (Hundinge: Die Hundinge sind ein Geschlecht, eine Sippe oder ein Stamm in der altnordischen und altenglischen Dichtung. Hundinge treten regelmässig als Gegenspieler der Wulfinge (Ylfinge) in Erscheinung. In der Edda werden drei verschiedene Lieder über einen Held - oder mehrere Helden - namens Helgi überliefert; in einem derselben erschlägt Helgi Hundingsbani (der Hundingstöter) den Hunding. Auch den beiden anderen Liedern wird von der Literatur entnommen, dass sie diesen Konfliktstoff behandeln. Da von einer mehrfachen Überarbeitung der ursprünglichen Sage auszugehen ist, liegt jedoch letztlich vieles im Dunkeln. Allgemein anerkannt ist, dass jedenfalls die Verbindung des Helgi Hundingstöter mit dem Geschlecht der Wälsungen eine spätere Vermischung der beiden Stoffe darstellt. In den Gesta Danorum des Saxo Grammaticus tötet ein dänischer König Helgo einen Hundingus, König der Sachsen, und eroberte damit Jütland von den Sachsen. Hundingas (Hundinge) werden auch im Epos Beowulf und im Widsith erwähnt. In der Widsith-Dichtung werden die Hundinge zweimal genannt: einmal als ein Stamm (Zeilen 20 bis 25): „Casere weold Creacum ond Caelic Finnum, Hagena Holmrygum ond Heoden Glommum. Witta weold Swaefum, Wada Haelsingum, Meaca Myrgingum, Mearchealf Hundingum. Þeodric weold Froncum, þyle Rondingum“, der von einem „Mearchealf“ regiert wird, und ein zweites Mal in den Zeilen 80 und 81: „mid Lidwicingum ic waes ond mid Leonum ond mid Longbeardum, mid haedhum ond mid haelethum ond mid Hundingum“ - etwa: „ich war bei Heiden, Helden und Hundingen“. Die Bezeichnung als „Hund“ wurde von den Germanen in vorchristlicher Zeit nicht als Beschimpfung aufgefasst, sondern stand im Gegenteil symbolisch für Kriegertum. Nach der Christianisierung wurde der Hund hingegen mit dem Heidentum assoziiert, so dass „heidnischer Hund“ als abwertende Bezeichnung für Heiden schimpfwort-tauglich wurde. Otto Höfler zeigt auf, dass der Hund als Eigenname und Wappensymbol bei längst romanisierten langobardisch-stämmigen Familien im 13. und 14. Jahrhundert - entgegen den späteren christlich geprägten Opportunitätsbefindlichkeiten - in hohem Ansehen stand. Ferner legt er anhand zahlreicher Beispiele, wie etwa dem des Thore Hunds, dar, dass der Hund aufgrund seiner Wehrhaftigkeit angesehen war und in vorchristlichen Zeiten - aber auch darüber hinaus - als ein vorteilhafter Namenspatron in Betracht kam. Rudolf Much und andere meinen, dass der Konfliktstoff um die Hundinge und Ylfinge (Wulfinge) ursprünglich im heutigen nordostdeutschen Raum angesiedelt war. Als das Geschlecht der Ylfinge - das des Helgi - seien die Herrscher der Glommas oder Lemovier zu identifizieren, welche etwa im heutigen Vorpommern zu verorten seien. Infolge des Abzuges dieser Gruppen und des Zuzugs der Wenden seien die Handlungsorte durch die späteren Saga-Bearbeiter nach Norwegen beziehungsweise Dänemark (Saxo Grammaticus) verlagert worden. Das benachbarte Svafaland in den Helgiliedern (vergleiche Helgakvidha Hjörvardhssonar - „Lied von Helgi Hjörvardhsson“) sei das Land der Semnonen - welche nach Tacitus als der wichtigste Stamm der Sueben anzusehen sind. Der Fesselhain, in dem Helgi Hundingstöter getötet wird, entspreche dem Semnonenhain. Die Langobarden, die in dieser Zeit an der Niederelbe sassen, kämen als Träger der Hundinge in Betracht beziehungsweise sie oder eine ihre Untergruppen sei mit diesen identisch. Hierfür spreche auch, dass der Ursprung des Namens von Hödbrodd, Helgis Nebenbuhler, nach Sophus Bugge auf Headobarden gedeutet werden könne, so Much; diese Headobarden, die im Beowulf als auch bei Saxo Grammaticus als Gegner der scyldingas / Dänen Erwähnung finden, werden wiederum meist den Langobarden zugeordnet. Während die Wulfinge in den Quellen mit Werwölfen assoziiert werden, findet sich bei Paulus Diakonus eine Stelle, die auf ähnliche Vorstellungen hinzuweisen scheint. Diakonus interpretiert den von ihm zu vermittelnden Sagenstoff allerdings im Sinne der in der römischen Antike bekannten Fabelwesen der Kynokephale und stellt ihn primär als Kriegslist gegen die zahlenmässig weit überlegenen Assipiter dar. (Kynokephale (griechisch: Kynokephaloi), zusammengesetzt aus altgriechisch kyon „Hund“ und kephale „Kopf“, bezeichnet hundsköpfige Fabelwesen, die seit der Antike in Literatur und Kunst vorkommen und im Mittelalter auf grosses Interesse stiessen. Sie gehören zu den monströsen Fabelvölkern, die man sich an den Rändern der Ökumene (der zivilisierten Welt) vorstellte, vor allem in Indien oder Afrika. Inwieweit ein Glaube an ihre reale Existenz bestand, ist schwer zu ermitteln. Die Idee des hundsköpfigen Menschen scheint auf der ganzen Welt verbreitet zu sein. Einige Wissenschaftler vermuten ihren Ursprung bereits in frühen Mythen, in denen sie als chthonische Dämonen (animistischer Naturglaube / Schamanismus) auftauchen. In der Literatur sind die Kynokephalen zahlreich vertreten. Um 700 vor Christus nennt Hesiod monstra (Plural von Monstrum, Monster), darunter Hemikynes (Halbhunde). Eine der ersten ausführlichen Schilderungen stammt von Ktesias von Knidos, der aus persischen und indischen Quellen schöpfte.) „Sie thaten (taten), als hätten sie in ihrem Lager Kynokephaler, das heisst Menschen mit Hundsköpfen, und breiteten (verbreiteten die Nachricht) bei den Feinden aus, diese kämpfen mit grosser Hartnäckigkeit, trinken Menschenblut und, wenn sie den Feind nicht in ihre Gewalt bekommen, ihr eigenes.“ Ähnliches, auf ein werwolf- oder berserker- artiges Wesen Hindeutendes, das statt Wolfs- oder Bären- vielmehr Hundegestalt aufweist, wird indessen von keinem anderen germanischen Volk berichtet. Hier sei ein totemistischer Zusammenhang zu vermuten, der auf den Gegensatz von Hundingen und Wulfingen zurückzuführen sei. Ferner sei es denkbar, dass der ursprüngliche Name der Langobarden, die Winniler, als die „wütende Hunde“ gedeutet werden könne; dem wird aber in der jüngeren Forschung entgegengetreten, die hierfür „die Kämpfer“ annimmt. Für den Zusammenhang zwischen Langobarden und Hundingen spreche auch die durch Diakonus überlieferte Sage von dem späteren König Lamicho (Lamissio). Nach dieser gebar eine Prostituierte („meretrix“) mit einem Mal sieben Kinder und warf diese in einen Fischteich, damit diese ertränken. Als König Hagelmund an diesem Teich vorbeikommt und mit dem Speere in diesem stochert, ergreift eines der Kinder den Speer und König Hagelmund, der dies für ein besonderes Zeichen ansieht, lässt das Kind retten und aufziehen. Später wird dieses ein grosser Held und selbst König der Langobarden. Much führt an, der Begriff „Prostituierte“ sei hier eventuell in der Art verwandter Schimpfwörter wie zöhensun (Ziegensohn, Sohn einer Ziege), merhensun (Mährensohn, Pferdesohn) oder huorensun (huor = unerlaubter coitus; Inzest; Huorensohn, Hurensohn = Inzest-Sohn) gebraucht worden und die Vielzahl von Kindern, vielleicht auch das Ertränken im Teich, entstamme der Vorstellung von neugeborenen Hunden. Dies ähnelt der Verwendung des Wortes „bitch“ im Englischen, das eigentlich „Hündin“ bedeutet, aber vulgärsprachlich auch „Schlampe“ bedeuten kann. Bereits Jacob Grimm setzt die Sage um Lamissio in eine Reihe ähnlicher Sagen von Welpen, Welfen, (…), die ertränkt werden sollen aber gerettet werden und später gross rauskommen. Obwohl Diakonus selbst anführt, dass der Name Lamissios sich von dem Teich ableite, aus dem dieser gezogen wurde, welcher „in ihrer Sprache „Lama““ heisse, wurde der Name auch als „kleiner Beller“ gedeutet.) I. In alten Zeiten, als Aare (Adler) sangen, heilige Wasser rannen von Himmelsbergen, da hatte Helgi, den Grossherzigen, Borghild geboren in Bralundr. Nacht in der Burg wars (war es), Nornen kamen (Die Nornen (altnordisch: nornir) sind in der nordischen Mythologie schicksalsbestimmende weibliche Wesen, von denen einige von Göttern, andere von Zwergen oder Elfen abstammen sollen. Innerhalb der indogermanischen Religionen und Mythologien besteht eine Verwandtschaft mit den römischen Parzen und den griechischen Moiren.), die dem Edeling das Alter bestimmten. Sie gaben (verhalfen, halfen (von: helfen)) dem König der Kühnste (kühn: trotz des Bewusstseins der Gefahr diese voll Selbstvertrauen verachtend und mutig etwas wagend; von Wagemut zeugend; eigenwillig in seiner Art weit über das Übliche hinausreichend; von wagemutiger Dreistigkeit und Verwegenheit in einer Äusserung oder seinem Verhalten gegenüber anderen; dreist (frech, gewagt, mutig); König = Kueninge = Kühniger = Wagemutigster) zu werden, aller Fürsten Edelster zu dünken. Sie (die Nornen) schnürten scharf die Schicksalsfäden, dass die Burgen brachen in Bralundr. Goldene Fäden fügten sie weit (überall hin, alles durchdringend, allüberspannend), sie mitten (in der Mitte) festigend unterm Mondessaal. Westlich und östlich die Enden bargen sie (bergen: verbergen, verstecken, verhüllen, schützend verbergen, enthalten, in sich tragen), in der Mitte lag des Königs Land. Einen Faden nordwärts warf Neris Schwester, ewig zu halten hiess sie (befahl sie; jemandem etwas heissen = jemandem etwas aufgeben; jemandem etwas auferlegen / befehlen / zur Aufgabe machen) diess (dieses) Band. Eins (Eines) schuf (machte) Angst dem Ülfingensohn, und ihr, der Frau, die Freude gebar (von gebären): Rabe sprach zum Raben (auf ragendem Baum (ragend: länger oder höher sein als die Umgebung und sich deutlich von ihr abheben; ragender / aufragender Baum: Baum, welcher sich von der Umgebung durch seine Höhe absetzt, viel höher ist als seine Umgebung) sass er ohne Atzung (Fütterung, Nahrung junger Greifvögel)): ich weiss Etwas. „Es steht der Sohn Sigmunds in der Brünne (mittelalterliche Ritterrüstung), einen Tag alt: unser Tag bricht an. Er schärft die Augen (so schauen Helden), der Wölfe Freund: freuen wir uns!“ Dem Volke schien sein Fürst geboren, sie wünschten sich Glück zu goldener Zeit (sich Glück wünschen zu gutem Gelingen aller Pläne und für eine glorreiche Zukunft). Der König selber ging aus dem Schlachtlärm dem jungen Edling edeln Lauch zu bringen (übertragen) (Sprichwort: „edlen Lauch überbringen“; Laug = Urmeer Gesetze, göttliche Urkraftgesetze für die Gemeinschaft, Übertragung der Gemeinschaftsgesetze auf den Vertreter der Urkraftgesetze). Er hiess ihn Helgi und gab ihm Hringstadr, Solfiöll, Snäfiöll und Sigarswöllr, Hringstadr, Hatun und Himinwangi, gab ein blutig (blutiges) Schwert (an) Sinfiötlis Bruder. Da begann uploads/Litterature/ simrock-karl-die-edda-aeltere-edda-helgakvidha-hundingsbana-fyrri-20170925.pdf
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- Publié le Aoû 10, 2021
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